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Was ist Minecraft?

Diesen Artikel habe ich so für unsere Schülerzeitung verfasst, aber ich veröffentliche ihn nun auch hier.



Knallige Farben, grobe Pixel, riesige Felder, gigantische Meere, verzweigte Tunnelsysteme. Minecraft erfreut sich seit geraumer Zeit wachsender Begeisterung, aber was ist das eigentlich, dieses "Minecraft"?

Vorab: Ich werde es nicht schaffen die Faszination Minecraft vollständig zu erfassen und zu erklären. Das ist auch nicht mein Anspruch, viel mehr will ich einen kurzen Überblick geben. Erst einmal zur Geschichte des Spiels. Es wurde im Mai 2009 online Veröffentlicht und durchschritt verschiedene Phasen. Am Anfang war es kostenlos und ohne Beschränkungen, dann gab es bezahlte "Alpha" Versionen. "Alpha" bedeutet bei Programmierern "Sehr frühe Testphase". Wie, sehr frühe Testphase, das war gar nicht fertig und wurde schon verkauft? Genau! Das ist das revolutionäre an Minecraft, jetzt mal aus wirtschaftlicher Sicht. Das Entwickerstudio ist ein sehr kleines unabhängiges Team von Programmierern namens "Mojang" rund um Markus Persson alias "Notch" aus Schweden und finanzierte die Entwicklung nicht vorab, sondern schon während des Entstehung des Spiels. Aber zurück zu den Versionen: Über die Zeit kamen immer mehr Features hinzu: Multiplayer, neue Tiere, neue Materialien und Vieles mehr. Im Dezember erreichte es die Beta-Phase (Testphase) und der Preis wurde erhöht. Die endgültige Version soll am 11. November 2011 erscheinen und 20 Euro kosten.

Nun aber genug des langweiligen Geschichtsunterrichts, ich will Fakten sehen! Minecraft zählt zu den "Open World Games", allerdings ist es sehr schwer überhaupt in Worte zu fassen, was Minecraft denn eigentlich ist. Ich fange mal ganz vorne an. Man beginnt das Spiel auf einer neuen Welt ohne irgendwelches Hab und Gut. Die Karten sind sehr vielfältig gestaltet, es gibt Tundren, Wälder, Berge, Wüsten, verschneite Landschaften und Meere mit Inseln. Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten: Viele sind vom ersten Anblick Minecrafts abgeschreckt, denn die Welt besteht praktisch nur aus quadratischen Blöcken mit sehr pixeliger Textur. Für viele macht aber auch gerade das den Reiz des Spiels aus, denn auf Grund der simplen Grafik ist die Spielmechanik sehr gut durchdacht und umgesetzt. Man wird also in eine riesige Welt geworfen (die übrigens unendlich groß ist) und sollte am besten damit beginnen, sich Werkzeug herzustellen. Man schlägt solange mit der bloßen Hand gegen einen Baum, bis er zerbricht und Holz abfällt, das man einsammeln kann. Dieses kann man zu Paletten, Stöcken und einer Werkbank weiter verarbeiten. Mit Hilfe der Werkbank kann man dann Äxte, Schaufeln und Picken fertigen, die das Abbauen sehr erleichtern. Nun sollte man beginnen, sich einen Unterschlupf zu suchen, denn sobald die Nacht hereinbricht wimmelt es unter dem klaren Sternenhimmel nur so von Skeletten, Spinnen, Zombies und anderen Kreaturen, gegen die man noch nicht gewappnet ist. Man muss Rohstoffe wie Kohle finden um Fackeln herzustellen und kann tief in der Erde edle Materialien wie Eisen, Gold oder Diamanten finden. Es gibt unzählige Möglichkeiten Werkzeuge, Geräte und Einrichtungsgegenstände herzustellen und sich das Leben in der Einsamkeit bequem zu gestalten. Ja, man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie Defoes Robinson Crusoe. Bald erweckt der Wunsch, das Land zu erkunden und man zieht los in die Fremde mit dem Ziel neuartige Planzen zu finden, die man züchten kann, um sich zu ernähren, und entdeckt wunderschöne Landschaften und findet vielleicht den ein oder anderen Schatz. Wenn man Glück hat kommt sogar nicht alleine zurück, denn man kann Wölfe trainieren, sodass sie einem im Kampf treu zur Seite stehen. Und so geht es praktisch immer weiter. Man baut immer luxuriösere Villen, dann vielleicht noch ein Sommerhaus am Strand, gräbt sich immer Tiefer in die Erde, verlegt Schienen und höhlt die Welt immer weiter aus auf der Suche nach Rohstoffen und dem nächsten Geheimnis.

Das Spiel hat trotz seiner Retrografik einen unglaublichen Hype im Internet erzeugt und hat sich schon (bis Juni 2011) knapp 250.000 mal verkauft. Menschen haben unglaubliches gebaut: Funktionierende Computer, Digitaluhren, eine riesige Weltkugel, detailgetreue nachbauten von Weltraumschiffen bekannter Filme und vieles mehr. Es wurden Kurzfilme gedreht, Songs komponiert und Trailer geschnitten - die Faszination der Fans für Minecraft schein endlos zu sein. Die Altersgruppe reicht von 12-Jährigen aus der Unterstufe über Erwachsene mittleren Alters bis hin zu Großvätern - praktisch jeder spielt mit. Es entstanden hunderte wenn nicht gar tausende Mods und Texturepacks und die offizielle Unterstützung für solche Erweiterungen ist noch nicht einmal fertig. Das offizielle Forum hat über 500.000 Mitglieder und das Wiki mehr als 1.000 Beiträge. Für die Zukunft sind Versionen für XBOX 360 und iPhone geplant, derzeit gibt es Minecraft für 15 Euro für Windows, Mac und Linux und benötigt Java. Allerdings ist es ja noch lange nicht vorbei, die finale Version erscheint erst noch und wir können alle gespannt auf die Zukunft der "World of Minecraft" sein.

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