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Ps0ke

Φίλιππος Στέφανος

Nocturnal Inclination

Nerdkram, Internethumor und der ganzen Rest.

Steve Jobs



Ich hab lange nichts zum Tod Steve Jobs' geschrieben. Am Anfang verspürte ich sofort das Bedürfnis etwas aufzuschreiben. Das ganze kam ja so plötzlich und unerwartet. Aber was? Was schreibt man über einen Mann, denn man gar nicht gekannt hat, und trotzdem irgentwie betrauert? Ich wusste es einfach nicht. Außerdem war ich ein bisschen erschlagen vor lauter Nachrichten über Steve, Twitter war tagelang nicht zu benutzen und überall kamen Leute um sich darüber lustig zu machen, weil ich doch so ein Fanboy wäre. Ich brauchte einfach ein wenig Distanz zu der ganzen Sache.

Ich hatte wie durch Zufall ein paar Wochen vorher seine 2005 Stanford Commencement Address angehört und war völlig fasziniert von der Inspiration dieses Menschen. Wer die Rede noch nicht gehöhrt hat: Unbedingt anhören! Das hat nichts mit Apple-Fanboy-tum oder sonstwas zu tun, diese Rede ist einfach ein wunderbares Stück Lebensgeschichte voller Denkanstöße, gerade unter dem Licht, dass er nun wirklich tot ist. Nehmt euch die Viertelstunde.

Was ist denn nun mit Steve? Trauere ich um ihn? nicht wirklich. Ich glaube in dieser Hinsicht bin ich sowieso nicht der sentimentalste Mensch und ich kannte Steve nicht einmal. Außerdem habe ich seine großen Tage gar nicht mirerlebt, wie viele Andere. Für mich war er nie der große Gott, den viele andere Apple-Fans in ihm sahen. Er ist ein grandioses Genie gewesen - keine Frage, aber seine Menschlichen Qualitäten ließen ja Gerüchten zufolge schwerlich zu wünschen übrig. Und ja, er hat nicht so viel gespendet wie Bill Gates, er war ein diktatorischer Tyrann und gewiss kein perfekter Mensch, aber ich finde er hat trotzdem einiges für die Menschheit geleistet.

In wie weit das jetzt tatsächlich sein Werk und nicht das Anderer war, ist sicher fraglich, dennoch glaube ich, dass er mit seiner Ikonischen Figur und seinem strikten, visionären Auftreten Vieles erst möchlich gmeacht hat.

Es ist schade, dass er nicht mehr unter uns weilt!

Was heißt das aber nun für Apple und AAPL? Das die Aktie stürzt, war klar, und ich glaube Apple steht immer noch gut genug dar. Aebr wie sieht die Zukunft des wertvollsten Unternehmens der Welt aus, ohne die weltbekannte Führungsperson? Tim Cook hatte ja schon früher übernommen und ich glaube er wird das Kind auch ganz gut Schaukeln. Steve wollte ja noch weiter als Chairman in beratender Funktion zur Seite stehen, dies fällt jetzt leider weg. Ich glaube aber, er hat sich nach seiner Krebsdiagnose (wenn nicht schon früher) stark darum zu kümmern, ein Team zusammen zu stellen, dass die Firma gut in seinem Sinne weiterführen kann und wird. Außerdem wird er denke ich einen Plan für die Zukunft des Unternehmens gehabt haben und diesen sicher mit der Führungsetage eingehend besprochen.

Ich glaube sogar, dass es für die Firma frischen Wind geben könnte. Mir haben die letzten technischen (Lion, was für ein Mist) und politischen (Samsung-Klage-Kindergarten) Entscheidungen des Konzerns mehr und mehr missfallen und ich könnte mir denken, dass es in Zukunft wieder etwas anders gehen könnte, wenn da nicht mehr nur Steve, sondern vielleicht eher ein Team aus Leuten die Entscheidungen treffen. Alles könnte natürlich auch mit dem krankheitsbedingten Schwinden von Steves Autorität zu tun haben und jetzt stürzt Apple ins Verderben. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

RIP Steve Jobs.

(Nur so am Rande: Dennis Ritchie, Erfinder der C Programmiersprache und Coautor von Unix ist auch kürzlich verstorben. So langsam geht die erste Generation von genialen IT Köpfen von uns und warscheinlich nicht mehr lange hin, da hat niemand mehr einen C64 als ersten Computer benutzt und sich als Datenreisender durch die Mailboxen fremder Server gehackt oder eine Anzeige wegen eines Datenklos bekommen. Wir müssen dafür Sorgen, dass dieses Gedankengut von Computerhistorie nicht verloren geht. Siehe auch: http://xxx.berlin.ccc.de/.)